Praxisbeispiel

Titel

Klassifikation und Datenmodelle in der Archäologie

Lehrszenario

Vorlesung mit begleitender Übung

Kategorie

Online-Vorlesung und Online-Übung per Video

  • Vorlesung per Video, als Link auf der Moodle-Plattform erreichbar
  • Übung per Video, Forumsdiskussionen, Aufgaben im Rahmen der Moodle-Plattform
  • Ergänzung durch Präsenzveranstaltungen am Semesterende

Beschreibung

Ausgangssituation/Thema

Die Dozentin ist für ihre Forschungen langfristig in Japan gebunden und kann traditionelle Vorlesungen nur während ihres jährlich einmaligen Aufenthalts in Heidelberg als Blockveranstaltungen abhalten. Um den für Studierende wie Dozentin mühsamen Blockunterricht auf ein Minimum zu reduzieren, bot sich die Veranstaltung per Internet an; ein kleiner Block von jeweils zwei Unterrichtsstunden zu 90 Minuten als Präsenzveranstaltung wurde am Ende des Sommersemesters angehängt.
Die je vierzehn Vorlesungen und Übungen 2013 waren die ersten dieser Art für alle Beteiligten, vieles wurde einfach und in kleinem Rahmen mit möglichst wenig Aufwand versucht und letztlich erfolgreich umgesetzt. Frau Dethloff vom E-Learning-Center und Herr Kirchner vom URZ haben in intensivem Mailaustausch seit Wintersemester 2012/13 mit Rat und konkreter Hilfe zur Seite gestanden, so dass alle Ungewissheiten, die bei der Durchführung über mehrere Kontinente hinweg auftraten, rechtzeitig geklärt werden konnten und kleinere Probleme bei der ersten Durchführung rechtzeitig gelöst wurden. Für die geplanten Veranstaltungen in den nächsten Semestern hat sich eine effiziente Routine eingespielt.
Ziel der Dozentin war, eine Vorlesung in der Ur- und Frühgeschichte und eine daran angeschlossene Übung per Internet so durchzuführen, dass ein Unterschied zu klassischen Veranstaltungen an einer Universität möglichst wenig spürbar war. Grund für diese Ausrichtung war die Überzeugung, dass eine klassische Vorlesung im Sinne der deutschsprachigen universitären Tradition sich im Laufe eines Semesters lebendig entfaltet und sich neue Erkenntnisse eben auch bei den Lehrenden entwickeln oder festigen sollen.
Dies steht im Gegensatz zu der Art von Vorlesungen, die sorgfältig vorbereitet über mehrere Jahre mit wenig modifizierten Inhalten veranstaltet werden, und die die Dozentin als Vortragende selber über mehrere Jahre in Japan gehalten hatte. Solche Vorlesungen eignen sich besonders gut für das E-Learning, da vorgefertigte Übungen, Unterrichtsmaterial und Blöcke mit Videos etc. stets wiederverwendet werden können; auf der anderen Seite reproduzieren sie nur Wissen, ohne Neues zu entwickeln.
Es ist klar, dass hier die neue Form des E-Learning für eine alte Form der universitären Veranstaltung verwendet wurde, aber es hat sich herausgestellt, dass dies kein Gegensatz ist, sondern im Gegenteil, dass die regelmäßige Vorlesung im wöchentlichen Turnus tatsächlich dem Ideal der traditionellen Vorlesung – zumindest auf Seiten der Lehrenden – sehr nahe kam.
 

 

Umsetzung

Die konkrete Durchführung war einfach und technisch nicht aufwendig.

  • Mit einer preisgünstigen Software (Screenflow für die Mac-Plattform) wurde mit der in einem einfachen Desktop-Computer eingebauten Kamera und dem eingebauten Mikrofon die Vorlesung aufgenommen. Screenflow ermöglicht - wie die vom E-Learning-Center empfohlene Software Camtasia - die Aufnahme des Bildschirms und der Vortragenden gleichzeitig, so dass Präsentationen oder Abläufe in Programmen ebenso wie handschriftliche Notizen - ähnlich Tafelanschrieben und Präsentationen mit einem Beamer - in das Video aufgenommen werden können und die Vortragende eingeblendet werden kann.
  • Für "Tafelaufschriebe" wurde eines der preisgünstigsten Tablets auf dem Markt genutzt. Das Arbeiten mit Stift und Tablet war zunächst schwierig, und obwohl mit der Gewöhnung manches leichter wurde, ist ein teureres Tablett, möglichst ein Bildschirm, auf dem direkt geschrieben werden kann, wahrscheinlich eine nützliche Anschaffung.
  • Da die Vorlesung spontan war, wurde der Schnitt anschließend nicht mühevoll überarbeitet. Es wurden nur die nötigsten Korrekturen angebracht und die Vorlesung in etwa vier Abschnitte aufgeteilt, damit die einzelnen Videos nicht zu lange laden. Da bei "progressive download" schon ein größerer Teil des Videos geladen werden muss, bevor man es abspielen kann, kam es bei einigen schlechter angebundenen Studenten an dieser Stelle zu Verzögerungen beim Abspielen. Dies kann aber durch das zusätzliche Anbieten einer geringeren Auflösung der Videos als die bisher verwendeten 720P sicher behoben werden.
  • Für die Übung wurde ebenso wie für die Vorlesung eine Veranstaltung auf der Moodle-Plattform eingerichtet. Einige Dokumente, Literaturhinweise und Programmlinks wurden für die Vorlesung hochgeladen. Die Hauptsache waren jedoch die Links zu den Videos auf dem Video-Server des URZ. Für die Übung wurden zusätzlich Aufgaben und einige Foren eingerichtet. Dennoch lief die meiste Konversation in unserem kleinen Fachbereich per Mail. Moodle hat sich als hilfreich und zuverlässig herausgestellt, man wünscht sich allerdings eine besser programmierbare Oberfläche, momentan sind noch sehr viele manuelle Schritte und Klicks erforderlich, um wiederholte Schritte (Einrichten von 5 Links für die Vorlesungsvideos beispielsweise) auszuführen.

Für die Dozentin war das Verfahren zunehmend einfach und einer wirklichen Vorlesung ähnlich. Für einige der Studierenden hat sich das Format allerdings als zu steril herausgestellt, auch scheint das Laden der Videos nicht bei allen gleichermaßen reibungslos gelaufen zu sein. Für die Vorlesung im Wintersemester 2013/14 ist daher geplant, die Videos in zwei Auflösungen hochzuladen und neben reinen Videos auch Veranstaltungen (Webkonferenzen) mit der Software AdobeConnect zu halten.

Hierbei sind die Studierenden allerdings gezwungen, zur Vorlesungszeit an ihrem Computer zu sitzen und der nicht aufgezeichneten Vorlesung zu folgen. Sie können dann mit Fragen Einfluss auf den Unterricht nehmen. Ein lebendiger Unterricht näher bei den Bedürfnissen der Studierenden könnte der Vorteil dieses Formats sein. Der Vorteil der Videos, dass der Unterricht jederzeit angehört werden kann, ist damit allerdings hinfällig, sofern sich nicht alle Beteiligten mit einer Aufzeichnung der Webkonferenz einverstanden erklären.

Das nächste Semester wird einige neue Erfahrungen dazu bringen, wie die Vorteile einer traditionellen universitären Lehrveranstaltung mit den Vorteilen des E-Learning verbunden werden können.

 

Laufzeit: Sommersemester 2013
Fakultät: Philosophische Fakultät
Institut: Zentrum für Altertumswissenschaften, Institut für Ur- und Frühgeschichte und Vorderasiatische Archäologie

 

Kontakt:

PD Dr. Maria Shinoto
maria.shinoto@zaw.uni-heidelberg.de


Webadresse: http://www.ufg-va.uni-hd.de/
 

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Verantwortlich: E-Learning-Center
Letzte Änderung: 05.08.2013
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